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Evo Morales erhält Asyl in Mexiko | ZEIT ONLINE

Einen Tag nach seinem Rücktritt als Präsident von Bolivien hat Evo Morales nach Angaben der mexikanischen Regierung um Asyl in Mexiko gebeten. Morales habe ihn angerufen und am Telefon einen formellen Antrag gestellt, teilte Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard bei einer Pressekonferenz mit. Mexiko werde ihm aus humanitären Gründen Asyl gewähren. Das Leben von Morales sei in Bolivien in Gefahr. Mexiko habe in der Vertretung in La Paz bereits 20 Angehörige der ehemaligen Regierung und des Parlaments aufgenommen, schrieb Ebrard auf Twitter.

Mit Morales Rücktritt ist in Bolivien ein Machtvakuum entstanden. Die von der Verfassung vorgesehenen Nachfolger, Vizepräsident Alvaro García sowie die Vorsitzenden der beiden Parlamentskammern, konnten die Amtsgeschäfte nicht übernehmen, weil sie ebenfalls ihren Rücktritt erklärt hatten.

Die Oppositionspolitikerin Jeanine Añez, zweite Vizepräsidentin des bolivianischen Senats, beansprucht den Posten der Übergangspräsidentin für sich und kündigte Neuwahlen. Sie versprach die Einberufung einer Abstimmung, so dass „wir am 22. Januar einen gewählten Präsidenten haben werden“. Añez sprach sich außerdem für ein Ende der wochenlangen gewaltsamen Proteste aus.

Ausschreitungen in La Paz und El Alto

In der Nacht zum Montag ereigneten sich in den Städten La Paz und El Alto teils gewalttätige Kundgebungen von Morales’ Gegnern und Anhängern. Wie örtliche Medien berichteten, wurden unter anderem Busse sowie die Häuser mehrerer prominenter Gegner des linksgerichteten Ex-Staatschefs in Brand gesetzt.

Morales beschimpfte seine Gegner auf Twitter als „Rassisten und Putschisten“ und forderte sie auf, Bolivien zu befrieden. Ebrard sprach – ebenso wie die Präsidenten der sozialistisch regierten Länder Venezuela und Kuba, Nicolás Maduro und Miguel Díaz-Canel – von einem Putsch gegen Morales. Die Regierungen Kolumbiens und Mexikos sprachen sich für eine Dringlichkeitssitzung der Organisation Amerikanischer Staaten
(OAS) aus. OAS-Generalsekretär Luis Almagro forderte, die Krise in
Bolivien müsse beigelegt werden, ohne den „verfassungsgemäßen“ Rahmen zu
sprengen

Nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl vor drei Wochen hatte Morales am Sonntag zunächst Neuwahlen angekündigt. Er reagierte damit auf einen Bericht der OAS, in dem es heißt, dass die Abstimmung vom 20. Oktober wegen Unregelmäßigkeiten für nichtig erklärt werden sollte. Demonstrantinnen und Demonstranten hatten ebenfalls Wahlbetrug angeprangert und Morales‘ Rücktritt sowie eine Neuwahl gefordert.

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